Fehler 40090 – Sam geht bei der Fahrt aus

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  • #740
    Daniel V
    Mitglied

    Nun ist es soweit, das ich doch Hilfe benötige.

    Seit ich ihn Mitte des Jahres habe, zeigt der Sam folgendes Verhalten:
    Nach einer kurzen Fahrstrecke beginnt unter Last die Warnleuchte (Maulschlüssel Symbol) zu leuchten/flackern.
    Der Fehlercode 40000 erscheint.
    Geht man dann nicht sofort „vom Gas“ (innerhalb weniger Sekunden) wird die Motorspannung abgeschaltet, der Ladestand geht zu 0 und der Fehlercode 40090 erscheint (Warnleuchte rot).
    Kurz anhalten, Schlüssel ziehen, 10 Sekunden warten und dann Neustarten und der Fehler ist weg.
    Die Ladeanzeige bleibt aber bei 0 und der Fehler kommt deutlich schneller wieder.

    Laut Fehlerliste:
    40000: Warning: Power reduction because of BMS /DMDC Active
    90 entspricht vermutlich: 80 (BMS didn’t close PC after 5s) +10(SKAI Undervoltage Error)

    Anfänglich ist das nur beim Fahren schneller als 50kmh aufgekommen und bei Fahrten länger als 10km.
    Mittlerweile beginnt es schon nach wenigen 100 Metern und teilweise unter 30kmh.

    Zusätzlich sind vereinzelt (teilweise tatsächlich je ein einziges mal) noch folgende Codes aufgetaucht:
    – 41090,410C0,200,40040,40080,400D0

    Ich habe versucht:
    – Kontakte von Akku reinigen.
    – Im Sicheringskasten die Sicherungen und Relais geprüft.
    – BMS Batterie vom Akkupack ausgetauscht.

    Leider konnte ich die Relais und Sicherungen im Akkupack nicht prüfen, da ich da unter Zeitdruck stand.
    Ich befürchte natürlich das eine Zelle defekt ist, konnte aber nichts auffälliges messen als ich den Akku offen hatte.

    Hat jemand Erfahrung mit dem Fehler oder hat Empfehlungen was ich noch prüfen/machen könnte?

    #3842
    Durs
    Mitglied

    Hallo Daniel

    Der Fehler 10 bzw. in der folge dann 90 (weil die ECU den Fehler 10 als kritisch einstuft und zum Schutz das Hauptrelais öffnet) ist bisher einfach ein bekannter Sorgen-Kandidat. Er tritt ziemlich regelmässig wohl auf den meisten Sams auf und genauer einkreisen konnten wir ihn bisher nicht. Auch ich habe ihn gelegentlich, und auch bei mir: Wenn ich ihn einmal hatte, kommt er meist nicht einzeln vor, so drei bis fünf mal in kurzen Abständen. Und plötzlich habe ich wieder Ruhe. Ich hatte auch schon die Steckverbindung der Fahrbatterie im Batterieschacht im Verdacht, konnte das aber nicht verifizieren. Wäre es ein Problem, das mit dem Altern der Fahrzeuge im Zusammenhang steht, kämen vielleicht auch die Elkos in der SKAI als Fehlerursache in Frage. Aber auch dazu haben wir bisher keine entsprechenden Tests gemacht. Also zur Zeit nichts ausser Vermutungen und Ratlosigkeit…

    Neu ist für mich deine Kombination mit dem Fehler 40000. Der sollte ja erst kommen, wenn die Spannung der Fahrbatterie sehr tief ist, bzw. technisch gesehen ist es so, dass er anzeigt, dass eine Zelle 3250 mV unterschritten hat. Ob da das BMS mitmischt und zu tiefe Spannungen auf dem CAN-Bus meldet? Oder kann es sein, dass die Spannung der Fahrbatterie wirklich schon tief war, als der Fehler auftrat?

    Gruss
    Durs

    #3843
    Daniel V
    Mitglied

    Hallo Durs,

    Der Fehler kommt auch (bzw. bei mir meistens) wenn der Akku voll geladen war. Sprich über Nacht vollgeladen und trotzdem kommt bei der nächsten Fahrt nach kurzer Zeit der Fehler.

    Auch die Spannungsanzeige im Armaturenbrett zeigte glaube ich Spannungen >135V an als der Fehler aufkam. Das hab ich aber nie sehr gut beobachten können, da ich die Fehlerkode-Anzeige meistens offen habe wenn was passiert.

    Auch beim Neustart ist die Spannung in der Anzeige in Ordnung, die Ladeanzeige wie gesagt aber bei 0%. Dann muss man den Sam wieder länger am Ladegerät haben bis die Anzeige sich wieder erholt.

    Aktuell streue ich mich davor den Akku wieder auszubauen und in meinem Arbeitszimmer auseinanderzunehmen um die Relais, Sicherungen und Steckverbindungen dort zu prüfen. Mit der Spannung hab ich kein Problem, da habe ich gute Sicherheitsmaßnahmen, Brandschutztechnisch möchte ich das aber eigentlich nicht im Haus machen…

    mfG,
    Daniel

    #3844
    Durs
    Mitglied

    Hallo Daniel

    Hast du mal die Spannungen der Einzelzellen angeschaut? Wenn du eine defekte Zelle hast, die nicht mehr richtig hochlädt, dann hast du genau die Efffekte, wie von dir beschrieben: Warnmeldung wegen Leistungsreduktion (das hängt ja nur von der schwächsten Zelle ab), und wenn diese Zelle dann 2700mV unterschritten hat, kommt der rote Schraubenschlüssel und nichts geht mehr. Ist ja eigentlich auch gut, weil das BMS so die Batterie schützt. Ausserdem hast du vermutlich auch zwischen Fahrbatterie und Skai (also im Batterieschacht) eine schlechte Verbindung. Mir fällt auf, dass in deinen angegebene Fehlermeldungen auffällig häufig auch der Fehler 0x40 enthalten ist (z.B. auch in …C0, …40, …D0). Den Fehler 0x40 kann man ganz einfach produzieren, wenn man die Fahrbatterie nicht ganz in den Schacht einschiebt. Ich würde das zunächst mal überprüfen.

    Eine schlechte Zelle ist natürlich schwieriger zu beheben. Wieviel km hast du denn auf der Batterie, bzw. deinem Sam?

    Gruss
    Durs

    #3845
    Daniel V
    Mitglied

    Letztes mal wo ich den Akku offen hatte musste das an einem Nachmittag durch sein, da ich mehr oder weniger im Freien war. Da hab ich auch die Zellen nicht prüfen können.

    Suche gerade eine Lösung, dass ich den Akku sicher in der Werkstatt bearbeiten kann da ein LiPo Feuer dort fatal wäre. Werde mir da zunächst einen Notfall-Safe für den Akku bauen das ich den sicher bearbeiten und lagern kann.
    Gibt es da auch Erfahrungen? Ich stelle mir einen Stahlkasten der mit Feuerschutz-Gipsplatten ausgelegt ist vor, der auch Bohrungen mit Filter zum Druckausgleich hat (quasi eine hoch-skalierte Version vom „BAT Safe“)

    Mein Sam hat etwa 35000km (=halbe Lebensdauer Akku?). Angeblich war er vor 1,5 Jahren in Polen und der Akku wurde für I.O. befunden.

    L.G.
    Daniel

    #3911
    Daniel V
    Mitglied

    Update zu dem Thema:

    Mein Sam scheint wieder zu gehen (noch bin ich dran die Traggelenke auszutauschen und Tüv zu bekommen, vdh. war die Probefahrt recht kurz).

    Ich habe mir für ~350€ eine Stahlbox gefertigt in der ich den Akku transportieren und aufbewahren konnte und habe dann bei einem Kumpel in der Garage für 2-3 Wochenenden an dem Ding gearbeitet. Die Box hat sich gelohnt da ich den Akku dort offen lagern konnte ohne Angst zu haben das sich jemand wehtut oder was Feuer fängt.

    Ausbau Akku geht einfach: Stecker von 12V und Fahrakku ziehen, Kühlwasser ablassen (Kreislauf Fahrtrichtung links), Spannschrauben lösen und Akku Vorsichtig aber mit Kraft herausziehen. Habe eine 150kg Ameise um den Akku in seine Transportbox im Auto zu laden, kann ich nur empfehlen.

    Ich habe zunächst die Haube abgemacht und alle Zellen durchgemessen (Hochvolthandschuhe tragen!! z.B. auf Amazon).

    Nichts offensichtliches gefunden also 2x H4 Kfz Lampen parallel geschaltet und an immer 3 Zellen (~11.7V) gehängt während ich die einzelnen Zellen gemessen habe. Dabei sind einige Zellen aufgefallen die nicht stabil in ihrer Spannung waren (Schwankung oder dauerhaft fallende Spannung). Diese notiert und genauer betrachtet. Bei manchen war mein Messkontakt schlecht (oft bei der letzten Zelle im 9er Block, keine Ahnung warum), aber bei einer ist binnen wenigen Minuten die Spannung auf 3V gefallen und wäre weiter gesunken. Diese musste ausgetauscht werden. Beim Ausbau sieht man auch das die Zelle leicht aufgebläht war (vorne dicker an den Kontakten). Später ist mir eine weitere aufgeblähte Zelle aufgefallen die zwar elektrisch I.O. war aber dann auch sicherheitshalber ausgetauscht wurde. Die Ersatzzellen hatte ich glücklicherweise über die Rettung aus Polen Aktion holen lassen.

    Zelle ausbauen ist ein deutlich größerer Akt. Ich empfehle folgenden aufwendigen aber sichereren Weg:
    – Jegliches Werkzeug entweder in isolierter Variante kaufen oder zumindest mit Isotape umwickeln. Auch bei Kurzschlüssen über 1-2 Zellen fließen Ströme die zum Punktschweißen vom Werkzeug mit dem Kontaktpunkt führen können!
    – 9er Block Kontakte lösen (Achtung fummelig, da die Schrauben von hinten kaum erreichbar sind), und Block von der Grundplatte und den oberen Niederhalteplättchen lösen.
    – Sicherungsringe von den Kühlerschläuchen lösen und Schläuche herausziehen (Achtung Restwasser, Kühlerschläuche wenn möglich nicht knicken). Erdungskabel lösen.
    – Block vorsichtig herausheben/kippen. (Im worst-case geht das nicht wegen den Block-Anschlüssen, entweder die Blöcke links und rechts lösen oder doch Block im eingebauten Zustand bearbeiten bis ein herausnehmen möglich ist). Gekippten Block vor umkippen sichern. Ab hier arbeitet man nur noch an ~32 Volt, allerdings bergen Kurzschlüsse immer noch hohe gefahren!
    – Grüne Ladeplatine abschrauben, Weise klemmen von allen Zellen lösen, Gelbe halte Platine abziehen, Kontakte mit Kapton-Tape gegen Kurzschlüsse sichern.
    – Seitliche Gewindestangen etwas lösen.
    – Defekte Zelle vorsichtig herausziehen.
    – Neue Zelle mit Wärmeleitpaste vorsichtig bestreichen, Paste kann mit Silikonöl etwas verflüssigt werden.
    – Neue Zelle einsetzen (Polarität beachten!)
    – Gewindestangen leicht spannen, gelbe Platine und Laschen-Klemmen montieren (Kunststoffspachtel verwenden um Laschen in Form zu halten).
    – Ladeplatine anschrauben, Block einsetzen und verschrauben, Kühlschläuche anschließen. Haube auflegen aber noch nicht befestigen.
    – Akku vor dem Fahrzeug mit dem Kühlkreislauf verbinden, Kreislauf füllen, Pumpe ausstrecken und mit 12v versorgen (Vorsicht gehen Verpolen und Kurzschlüssen!). Prüfen ob das Kühlsystem im Akku dicht ist, falls nicht sofort 12v trennen und Kühlwasser ablassen.
    – Wenn alles I.O. ist: Haube befestigen und Akku wieder einbauen.

    Bilder im Anhang, falls jemand Interesse an der box hat könnte ich die 3D Pläne überarbeiten und senden.

    #3914
    Wolfgang
    Mitglied

    Hallo Zusammen,

    nach meinen Erkenntnissen bezieht sich die Meldung „SKAI Undervoltage Error“ nicht auf die Hochvolt Gesamtspannung der Batterie sondern auf die 12 Volt Spannung im CanBus, diese ist anders als die 12 V der Starterbatterie.

    Im Normalbetrieb ist die Systemspannung 14,3V, bereit gestellt durch den DC-DC Wandler.
    Die 12V Bus-Spannung wird durch die ECU bereit gestellt und lässt sich mit entsprechender Software einstellen.
    Bei mir war dort ebenfalls eine Spannung über 14V, trotzdem kam der Fehler Undervoltage.

    Nun habe ich die Spannung auf ziemlich genau 12V eingestellt und habe seitdem keine Fehlermeldung erhalten.
    Ich werde das noch länger prüfen, da seit dem erst 2 Akkuladungen gefahren wurden.
    Vorher war der Fehler 5-10 mal po Akkuentladung.

    Gruß Wolfgang

    #3916
    Sven Giesler
    Mitglied

    Der tolle Beitrag wie man Zellen tauscht wäre sehr schön auch als Arbeitsanweisung. Dann könnte die schon reingesteckte Arbeit bestand haben und von weiteren „Tätern“ ggf. ergänzt oder verbessert werden. Ich hatte Jannik schon mal versprochen ne Vorlage zu basteln. Das wird jetzt echt Zeit.

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